Das R steht für Rap

Am 20.09.2020 trafen sich in dem Vereinsräumen von Romano Sumnal e.V. zu einem Workshop zu dem Thema Musik und ihre Bedeutung in einer demokratischen Gesellschaft. Der Workshop wurde zusammen mit der Gruppe geplant und konzipiert und richtete sich nach den Bedürfnissen und Interessen der Gruppe junger Roma, die sich regelmäßig in den Räumen des Vereines treffen, um gemeinsam Kultur zu schaffen.

Bei der Konzeption des Formates war die zentrale Frage in welcher Form ist man im alltäglichen Schaffen oder sogar in der Freizeit politisch? Musik und Musik machen ist hier die hauptsächliche Beschäftigung der Gruppe, also war schnell klar, dass es einen Workshop zum Thema Musik und Demokratie geben soll. Es entstand ein Format, in dem die Teilnehmenden kritisch reflektiert haben, welche Aussagen sie in ihren Text darstellen und darstellen wollen und welche Möglichkeit der Mitbestimmung und Meinungsäußerung eigentlich bietet. Dafür wurde die Geschichte der Rapmusik durch den Referenten kurz darstellt um darüber auch Verknüpfungen zu der Motivation der Teilnehmenden zu knüpfen. Im Verlauf des Workshops wurden die Teilnehmenden ermutigt eigene Texte rund um das Thema Demokratie zu verfassen und ihre Sicht auf Problematiken und Chancen in ihrem Alltag zu Papier zu bringen. Es entstand ein Lied auf einen vorliegenden Beat, der diese verschiedenen Perspektiven der Jugendlichen abbildet.

Die Teilnehmenden waren sowohl mit der theoretischen Kontextualisierung der Themen Rap und Demokratie sehr zufrieden und freuten sich über die vermittelten Tools und Tricks im Hinblick auf das Schreiben eigener Texter. Jeder für sich schrieb zum ersten Mal Zeilen auf der deutschen Sprachen und alle waren glücklich über ihr individuelles und das gemeinsame Ergebnisse. Sie fühlten sich ermutigt, dass ihr Hobby, die Musik anderen Menschen ihre Perspektive darstellen und damit Gedankenanstöße vermitteln kann. In der Abwicklung der Veranstaltung wurden für die Gruppe durch eine Kooperation mit dem Heizhaus Leipzig die Möglichkeit gegeben in einem Tonstudio selbstbestimmt ihrem Interesse an der Musik weiter nachzugehen. Der Workshop entfachte in den Jugendlichen große Lust auf weitere Texte und Lieder mit ähnlicher Thematik und Sicherheit im Umgang mit dem Texten in deutscher Sprache. Sie möchten die hier gesammelten Erfahrungen nutzen, um sich mit ihrer Musik auch vor einem deutschsprachigen Publikum zu präsentieren.

Der Workshop war dahin gehen ein voller Erfolg, da er zeigen konnte, das Politik und Demokratie nicht immer nur beim Wahlgang sondern auch im Alltag ihren Platz findet. Das Kunst und Musik ein zentraler Pfeiler demokratischer Gesellschaften und der eigenen Ausdrucksform sein kann war den Teilnehmenden vorher nicht wirklich bewusst. Daher vereint dieses Format auf seine Art die Ziele des Projektes democratize!